Das nasse Reinigen von Hartböden wurde in den letzten Jahren immer mehr zur der Disziplin für Wischroboter, an denen sich die unterschiedlichen Hersteller gut vergleichen ließen. Das Unternehmen Dreame, welches eine Tochtermarke des Elektroriesen Xiaomis ist, stellte nun den Dreame Bot W10 vor. Ein vollintegrierter Wischroboter mit Saugfunktion und weiteren besonderen Merkmalen. Wir haben das neue Putzwunder für euch getestet.

Vor wenigen Jahren konnten autonome Reinigungsroboter lediglich saugen. Nur kurze Zeit später kam bei vielen Modellen wir dem Dreame Bot Z10 Pro eine Absaugstation sowie eine Wischfunktion hinzu. Letztere beschränkte sich jedoch in den meisten Fällen nur auf das leichte Wischen mit einem Lappen. Für kleinere Verschmutzungen reichte das zwar aus, aber angetrocknete Flecken benötigen mehr Druck.
Um auch solche Verschmutzungen zu lösen, gibt es seit kurzem vollautomatisierte Wischroboter inklusive Reinigungsstation. Nun tritt auch Dreame mit dem W10 in den Ring und kann durchaus überzeugen, wir verraten euch warum.
Spartanischer Lieferumfang und intuitive Einrichtung: Das Setup des Dreame Bot W10
Wie im Titel beschrieben möchten wir vorab kurz den Lieferumfang sowie die Einrichtung des hybriden Roboters ansprechen. Neben dem Gerät und der Reinigungsstation sind im Lieferumfang lediglich die beiden Mop-Pads, ein Reinigungstool, das Ladekabel und die Frontbürste enthalten. Baut man den Roboter zusammen, bleibt nichts mehr übrig und man hat somit leider keine Ersatz-Pads oder Bürsten. Da der Preis mit unter 500 Euro jedoch für eine vollintegrierte Reinigungsstation verhältnismäßig günstig ist, geht der Lieferumfang in Ordnung. Dennoch wären weitere Pads und Ersatzbürsten wünschenswert gewesen.

Nach dem unkomplizierten Zusammenstecken der einzelnen Teile, erfolgt die ebenso simple Einrichtung. Wie von Dreame gewohnt, wird die Xiaomi Home App hierfür benötigt. Noch vor wenigen Jahren gefiel uns die Oberfläche, als auch die Zuverlässigkeit der App nicht besonders. Allerdings gab es viele Updates und mittlerweile brauch sich die App in punkto Design und Funktionsumfang nicht mehr vor Konkurrenten wie Ecovacs oder eufy verstecken.
Ein Vorteil ist auch die ganzheitliche Integration der smarten Xiaomi Geräte. So können alle Produkte des Konzern sowie dessen Tochtermarken in einer App gesteuert und verwaltet werden. Die Einrichtung ist dabei gewohnt einfach. Nach der Auswahl des Dreame Bot W10 erfolgt das Netzwerk-Setup und die ersten Schritte. Schon kann die Reinigung beginnen.

Die wohl größte Besonderheit des Dreame Bot W10 ist die vollautomatisierte Reinigungsstation. Bevor wir auf deren Benutzung und die Reinigungsergebnisse zu sprechen kommen, möchten wir kurz auf die technischen Daten des hybriden Roboters eingehen:
- 4.000 Pascal Saugkraft
- 4L Schmutz- und 4L Frischwassertank
- 6.400 Milliamperestunden Akku
- Selbstreinigungs- und Trocknungsfunktion
- Intelligente Lasernavigation
Diese Daten lesen sich nicht nur positiv, sondern machen sich auch im Alltag bemerkbar. Zwar ist der Dreame Bot W10 definitiv auf das Wischen von Hartböden ausgelegt, allerdings kann der kleine Helfer durchaus auch als Saugroboter genutzt werden.
Entfernt man die zwei integrierten Wischmodule, welche magnetisch befestigt sind, so wechselt der Dreame Bot W10 automatisch in den Saugmodus. Anschließend fährt er auch auf Teppiche und erhöht automatisch die Saugleistung. Das hat in unserem Test ebenso gut funktioniert, wie die Teppicherkennung im Wisch-Modus, hierzu aber später mehr. Der Roboter fährt Kanten automatisch mit der rechten Seite ab, da hier die einzige Frontbürste verbaut ist. Die breite Hauptbürste auf der Unterseite, kehrt und saugt den restlichen Staub zuverlässig ein.
Hier machen sich die 4.000 Pascal Saugkraft definitiv bemerkbar, da kleinere Staubansammlungen und Flusen von der Hauptdüse sogar seitlich eingezogen werden. Die Akkulaufzeit ist im Saugmodus ebenfalls hervorragend. In unserem Test reinigte der Dreame Bot W10 exakt 100 Quadratmeter und hatte anschließend immer noch 31 Prozent Restkapazität im Akku, was definitiv ein sehr guter Wert ist.

Nichtsdestotrotz würden wir den hybriden Roboter aus dem Hause Dreame vor allem für Wohnungen mit Hartböden empfehlen. Die Saugleistung ist zwar ordentlich, aber dennoch muss der integrierte Staubtank anschließend von Hand geleert werden. Dieser ist nicht sonderlich groß und nach dem Reinigen von Teppichböden schnell gefüllt. Daher ist der W10 eher für Hartböden konzipiert. Die Entleerung des Staubtanks wird über die Oberseite vorgenommen. Unserer Meinung nach ist diese Art der Handhabung intuitiver, als Behälter die beispielsweise auf der Rückseite von Geräten integriert sind.
Das perfekte All-in-One Gerät für alle Hartböden mit viel Fläche
Kommen wir nun zum spannendsten Teil des Dreame Bot W10, der vollautomatischen Wischfunktion. Um diese nutzen zu können, steckt man die beiden Wischpads auf der Unterseite an und füllt den Frischwassertank der Station auf. Diese hat zeitgleich ein praktisches Display integriert, welches die aktuellen Aufgaben des W10 live anzeigt. Nun kann man in der App den gewünschten Bereich oder auch die gesamte zu reinigende Fläche auswählen.


Anschließend beginnt die Station leicht zu brummen und die beiden Pads werden befeuchtet. Nach diesen Schritt fährt der W10 aus seiner Basis heraus und beginnt die Reinigung. Dabei rotieren die beiden Möppe schnell und üben zeitgleich Druck auf den Boden aus. Diese Kombination sorgt für ein deutlich besseres Reinigungsergebnis, als es herkömmliche Wischroboter bieten. Auf Hartböden ist das erzielte Ergebnis nahezu vergleichbar mit dem eines herkömmlichen Wischmopps mit Handreinigung. Gerade das Wischen von Fliesen, Laminat und Linoleum hat hervorragend funktioniert.
In der App lässt sich zudem einstellen, nach wieviel gereinigten Quadratmetern die Möppe zwischengereinigt werden sollen. Voreingestellt sind hier 10 Quadratmeter. Wer den W10 öfter putzen lässt, kann diesen Wert getrost auf 15 Quadratmeter erhöhen.

Bedingt durch die andauernde Zwischenreinigung der Mopp-Module, ist die Akkulaufzeit im Wischmodus etwas geringer. Nach 100 Quadratmetern hatten wir in unserem Test noch circa 15 Prozent Restkapazität über. Betrachtet man dabei jedoch das wirklich ordentliche Wischergebnis, ist das ein hervorragender Wert. Falls die eigene Wohnung sehr groß ausfällt. lädt sich der W10 zwischendurch selbstständig wieder auf und setzt anschließend die Reinigung fort. Natürlich bietet der W10 alle Funktionen, welche bei modernen Saug- und Wischrobotern erwartet werden können:
- Mehrgeschoss-Funktion
- Nogo-Zonen
- Reine Saug-Zonen
- Geplante Reinigungen
- Nächtlicher Ruhemodus
- Raumbennenung und Trennung
- Wischwassermenge & Saugkrafteinstellung
Die Nogo-Zonen haben in unserem Test einwandfrei funktioniert, leider lassen sich dabei nur Quadrate festlegen. Schräge Linien können hier bisher nicht eingestellt werden. Vielleicht wird diese Funktion seitens Dreame/Xiaomi irgendwann per Update nachgereicht. Die Mehrgeschoss Funktion konnten wir ebenfalls erfolgreich testen. Dazu muss der Roboter lediglich in die andere Etage gestellt werden und schon wird eine zusätzliche Karte angelegt. Bei größeren Flächen empfiehlt es sich auch die Wischstation in der neuen Etage zu platzieren.

Insgesamt hat uns die Navigation sehr gut gefallen, da diese durch den oben sitzenden Laser präzise und vorausschauend ist. Der Dreame Bot W10 kollidiert nur in den seltensten Fällen mit Möbelstücken. Allerdings ist er durch seinen kleinen Aufbau auch nicht sonderlich flach. Mit knapp 10 Zentimetern an Höhe, kommt er dennoch unter die meisten Möbel. Die Kletterkünste des kleinen Roboters enden bei Stufen über 2 Zentimeter.
Fazit: Beeindruckende Wischfunktion und solide Selbstreinigung mit nur wenigen Abstrichen
Insgesamt konnte der Dreame Bot W10 definitiv überzeugen. Gerade die Wischfunktion liefert hervorragende Ergebnisse. Der jedoch spannendste Punkt ist definitiv die vollautomatisierte Reinigung. Nach dem Wischen fährt der W10 auf die Station, reinigt seine beiden Module und trocknet diese anschließend. Das benötigt zwar etwas Zeit, aber selbst nach 500-600 Quadratmetern an gereinigter Fläche, sind beide Module noch sauber und müffeln nicht. Wer die Wischfunktion herkömmlicher Roboter einmal intensiv ausprobiert hat, wird dieses Problem kennen.

Dank der guten Reinigung und anschließenden Trocknung, arbeitet der W10 nahezu autonom, da lediglich nach circa 200 Quadratmetern der Frisch- und Abwassertank gefüllt beziehungsweise geleert werden sollten. Daher eignet sich der Dreame Bot W10 mit einem Preis von 1.099 Euro vor allem für Wohnungen mit viel Hartböden und nur wenigen Teppichen. Letztere werden dennoch schnell erkannt und im Saugmodus ebenfalls gut gereinigt.
Lediglich der etwas spartanische Lieferumfang und die einzelne Frontbürste sind nicht optimal. Ebenso könnte der Funktionsumfang bei Nogo-Zonen um schräge Linien erweitert werden. Bis auf diese Kleinigkeiten, konnte der Dreame Bot W10 in vollem Umfang überzeugen und bietet ein solides Preis-Leistungsverhältnis für alle Hartböden-Besitzer, welche auf der Suche nach einer vollautomatisierten Wisch-Station sind.
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